Die Untersuchung im Schlaflabor

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Bei Beschwerden und Krankheiten mit einem sehr komplexen und vielfältigen Erscheinungsbild ist es häufig ein langer Weg bis die Ursache gefunden und die passende Therapiemöglichkeit gewählt ist. Helfen gewöhnliche Einschlaftipps nicht mehr und sind alle möglichen Ruhestörfaktoren ausgeschalten, so ist die Untersuchung im Schlaflabor die letzte Instanz. Diese Methode ist äußerst aufwändig und mit entsprechenden Kosten verbunden. Patienten, die einer solchen Schlafanalyse unterzogen werden, leiden meist unter Schlafstörungen organischen Ursprungs. Die Frage, ob die finanziellen Kosten für eine solche Untersuchung übernommen werden, ist von Fall zu Fall verschieden. Bei Apnoe-Patienten beispielsweise, bei denen die äußere Atmung nachts aussetzt, bekommen eine solche Untersuchung von den Kassen bezahlt.

Was wird im Schlaflabor gemessen?

Als aufwändigstes diagnostisches Verfahren wird im Rahmen einer Schlafuntersuchung ein Polysomnogramm erstellt. Hierbei werden elektrische Impulse und körperliche Funktionen gemessen, die Auskunft über die einzelnen Schlafphasen geben. Somit können Tief- und REM-Schlafprofile analysiert werden, die wichtige Auskunft über mögliche Ursachen einer Schlafstörung geben. Mithilfe von Elektroden kann die Muskel- und Hirnaktivität gemessen werden. Zusätzlich werden Daten bezüglich der Atmung, der Herzfrequenz, der Augenbewegung und der Bein- und Körperlage erhoben. Hierbei werden Sensoren angebracht, die den Luftfluss messen und Dehnungssensoren registrieren die Atmungsanstrengung. Medizinisch- technisches Personal überwacht per Video den Schlafenden um optische Auffälligkeiten feststellen zu können. Schließlich erhält der behandelnde Arzt eine enorme Fülle an Datenmaterial, was letztendlich ausgewertet werden muss um den richtigen Therapieansatz ermitteln zu können.
Häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit der Schlaflaboruntersuchung

Ist die Untersuchung im Schlaflabor schmerzhaft?

Die Analyse im Schlaflabor ist mit keinerlei Schmerzen verbunden, denn alle technischen Geräte zur Datenerhebung zeigen den größtmöglichen Komfort und Bequemlichkeit.

Ist das Schlafen im Labor mit all den Verkabelungen überhaupt möglich?

Das Schlafen im Labor stimmt natürlich nicht hundertprozentig mit dem nächtlichen Schlafen zuhause überein. Dennoch können gehaltvolle Ergebnisse erzielt werden. Zu Beginn empfindet der Proband die Elektroden noch als Fremdkörper, jedoch kann nach einer kurzen Eingewöhnungsphase an die bestehende Situation gut geschlafen werden.

Was benötigte ich für die Übernachtung im Schlaflabor?

Für eine Übernachtung benötigt man gewöhnliche Schlafutensilien wie einen bequemen Pyjama und Toilettenartikel. Hierbei ist ein wichtiger Punkt, dass die Haare frisch gewaschen sind und frei von Ölen und Haarspray sind, damit die Elektroden gut haften. Ratsam ist zu Beginn ein informierendes Gespräch mit dem medizinisch technischen Personal.

Stören Medikamente, Alkohol und Kaffee die Untersuchung?

Welche Medikamente eingenommen werden dürfen und welche nicht muss im Vorfeld in jedem Falle mit dem Arzt abgeklärt werden. Auch Nikotin, koffeinhaltige Getränke und Alkohol sind ein absoluten „No Go“ vor einer Schlafuntersuchung, denn dies kann das Ergebnis verfälschen und eine zielgerichtete Behandlung verhindern. Zudem hängt der Erfolg einer Untersuchung maßgeblich auch von der Mithilfe des Patienten ab.

Wie viele Nächte muss ich im Schlaflabor verbringen?

Grundsätzlich hängt die Dauer der Untersuchungvon von zahlreichen Faktoren ab. Zum einen spielt die Art der Schlafstörung eine grundlegenden Rolle, zum anderen kann die Ursachenfindung natürlich unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen. In jedem Falle sind jedoch mindestens zwei Tage einzuplanen. Die erste Nacht soll der Gewöhnung dienen, um in der zweiten Nacht möglichst reliable Daten zu erhalten.

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