Der Schlafwandler

Harry Hautumm/pixelio.de

Das bekannte Bild des klassischen Schlafwandlers wirkt oft etwas befremdlich oder gar belustigend. Dennoch handelt es sich beim Schlafwandeln, in der Fachsprache auch als Somnambulismus bezeichnet, um eine ernstzunehmende Krankheit. Klassifiziert ist dieses Krankheitsbild als eine, den Schlaf unterbrechende Störung der Tiefschlafphase. Denn es ist bekannt, dass zum größten Teil in dieser Schlafphase die „nächtliche Wanderung“ einsetzt. Die Forschung- und Medizin ist heutzutage dank Schlaflaboruntersuchungen auf einem hohen Wissensstand. Zum Thema Schlafwandeln jedoch fehlen noch fundierte Studien, die dieses Phänomen fachwissenschaftlich aus schlaftechnischer Sicht erklären können. Dennoch können folgende Fragestellungen betroffenen Schlafwandlern helfen.

Schlafwandeln- Trifft es gehäuft bei einer bestimmten Altersgruppe oder Geschlecht auf?

Schlafforscher bestätigen, dass bei Kindern bis zum circa 12ten Lebensjahr die Schlafwandelthematik oft auftreten kann und meist mit der Pubertät verschwindet. Beträgt die Rate somnambuler Kinder noch ungefähr 30%, liegt der Prozentsatz bei erwachsenen Patienten zwischen 2% und 5%. Die Forschung vermutet ein noch nicht vollständiges ausgereiftes Nervensystem als Ursache für das Schlafwandeln bei Kindern. Bleibt die Krankheit über die Pubertät hinaus bestehen, so können sich unterschiedliche Schweregrade der Schlafstörung manifestieren, die im Krankheitsklassifikationssystem ISD-10 ausführlich dargestellt sind. Statistiken verweisen zudem auf eine genetisch bedingte Disposition für Somnambulismus, denn das Problem des Schlafwandelns tritt gehäuft in Familien auf.

Schlafwandeln – Welche Faktoren beeinflussen diese Schlafstörung?

Früher nahm man an, dass das Licht des Vollmondes ein auslösender Reiz sein könnte. Heute weiß man, dass gewisse Subtanzen eine positive Verstärkung darstellen. Untersuchungen zeigen, dass beispielsweise starker Alkoholkonsum Somnambulismus begünstigt. Da es sich beim Schlafwandeln um eine Aufwachstörung aus dem Tiefschlaf handelt, können auch stark beruhigende Medikamente, vorangegangener Schlafentzug und hohes Fieber Grund für diese Schlafstörung sein.

Schlafwandeln – Soll man einen Schlafwandler aufwecken?

Häufig stellt man sich als Angehöriger die Frage, ob es sinnvoll ist, die somnambole Person zu wecken. Hierzu ist abzuraten, denn Erschrecken und Panik sind die Folge, was Stürze und Verletzungen nach sich ziehen kann. Besser ist es die schlafwandelnde Person wieder sanft in Richtung Bett zu lenken. Bei besonderen Härtefällen sollte man potentielle Gefahrenquellen sichern, um Unfälle zu vermeiden.

Schlafwandeln- Welche Symptome sind typisch?

Im Zusammenhang mit der Schlafwanderstörung ist das aus dem Tiefschlag heraus auftretendes Umherirren während des Schlafens ein bekanntes Symptom. Der Gesichtsausdruck mitsamt der Mimik ist starr und die Reaktionsfähigkeit extrem herabgesetzt. Aufgrund des Schlafwandelns treten vermehrt Verletzungen auf und es liegt am Morgen eine Amnesie vor, was bedeutet, dass sich die betreffende Person nicht mehr an das nächtliche Umherirren erinnern kann. Sollte das Schlafwandeln starke Ausmaße annehmen mit hoher Verletzungsgefahr einhergehen, so sollte man ärztliche Hilfe in einem Schlaflabor einholen.

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